Home / Schulden / Schulden oder Vermögen?

Schulden oder Vermögen?

SchuldenabbauNachdem ich mich entschieden habe diesen Blog hier zu reaktivieren, stehe ich (wieder) vor der Entscheidung ob ich neben dem Schuldenabbau anfange ein Depot weiter zu besparen oder alles über Bord schmeiße und mich nur auf den Schuldenabbau konzentriere. Lustigerweise habe ich meinen Namen ja nicht aus Jux und Dollerei gewählt, da ich mir diese Frage schon öfter gestellt habe.

Was spricht für den Vermögensaufbau?

Ein stetiger weiterer Einkommensstrom wird generiert und ständig weiter ausgebaut. Mit den Dividenden kann ich z.B. darauf hinarbeiten die Fixkosten zu reduzieren und diese dafür zu verwenden. Man hat quasi ständig etwas in der Hinterhand. Die Schulden und das Vermögen würden sich irgendwann die Waage halten. Wenn die Schulden weg sind, beginne ich nicht bei 0 sondern habe schon einen Batzen passives Einkommen. Das Befinden an sich kann sich auch extrem steigern, da man den Fortschritt sieht.

Warum Schuldenabbau?

In erster Linie geht es um das mentale Wohlbefinden. Was gibt es geileres als schuldenfrei zu sein? Dieses Gefühl weiß warscheinlich nur jemand zu schätzen, der schon erhebliche Schulden hatte bzw. hat. Ich persönlich habe jetzt noch einen erheblichen Batzen Schulden aber diesen gehe ich ja stetig an. Deswegen stelle ich mir den Moment, wenn die letzte Rate gebucht wird als den Supergau vor. Wenn man bis zu diesem Punkt sieht wie die Schulden sich reduzieren, immer mehr und immer mehr kann das schon sehr inspirierend wirken. Man fühlt sich besser, freier, gelöster und weniger angespannt.

Was ist denn nun besser?

Ich habe vor einiger Zeit eine Excel Tabelle gemacht mit so ziemlich jedem Szenario bezüglich Schuldenabbau, passive Einkommensströme, Dividendendepot oder auch Reduzierung der Tilgung mit Ansparung von Depotwerten und und und. Das Ergebnis war ernüchternd. Ein paar Szenarien fielen komplett raus und waren Quatsch.

Über blieben nur „Schuldenabbau vor aller Vermögensbildung“ und „Vermögensbildung gleichzeitig neben dem Schuldenabbau“. Beide Varianten waren berechent bis zum 60. Geburtstag meinerseits. Und der Kracher daran war, das der Schuldenabbau vor allem anderen insgesamt 3500€ mehr generiert in der Endsumme.

Angenommen hatte ich 3,5% Nettorendite des Depots auf der Vermögensseite und den Abtrag der Kredite in genau der gleichen Konstellation. Wenn sich da was ändern würde, wäre eine neue Berechnung von Nöten. Interessant ist aber, dass der Schuldenabbau genauso einen extremen Hebel hat wie der Zinseszins beim Vermögensaufbau. Ändern kann sich ja der Zins der Immoblienfinanzierung oder ähnliches. Selbst 0,1% weniger Zins würde die Sache anders aussehen lassen. Bei der Nettorendite ist es das Gleiche.

Schulden oder Vermögen?

Die Schulden haben den Vorteil, dass ich den Zins und die Tilgung von vornherein weiß, beim Depot kenne ich die historischen Werte und kann diese zu Rate ziehen. Es gab keine Dekade in der z.B. der MSCI World unter 8% gemacht hat. Verlockend, zweifellos. 8% sind brutto und die Inflation muss auch noch abgerechnet werden. Von daher ist 8% nur das sichtbare. Trotzdem würde ich damit mehr Geld machen als beim Schuldenabbau.

Cool bleiben und Dividenden kassieren: Mit Aktien raus aus der Nullzins-Falle
  • Werner H. Heussinger, Christian W. Röhl
  • FinanzBuch Verlag
  • Kindle Edition
  • Deutsch

Aber: Es kann nun mal viel passieren! Schicksalsschläge und und und. Klar ist ein dezentes Dividendendepot eine 1a Sache aber was macht der Kopf, wenn das Depot mal eins drauf kriegt und eine Rezession im Gang ist. Die wird in nun mal zwangsläufig in 30 Jahren einige Mal noch anstehen. Das Depot hat einen Wert von 150.000 € und bricht in einem Jahr mal um 40% ein. Das sind dann 60.000 €.

Also ich würde warscheinlich des Öfteren nen eleganten Durchfall kriegen und hätte den ganzen Tag die geilste Laune und wäre abartig nervös. Das kann man auch nicht mal schnell mit einer Kiste Budweiser beim eleganten Grillmarathon am Samstag Nachmittag in der prallen Sonne wegschlürfen. Ist nur eine Vermutung. Wäre es ein angenehmeres Gefühl wenn keine Schulden mehr vorhanden sind? Angenehm sicher nicht, aber anders.!

Ein kleines Resümee

Zweifellos ist das eine der besten Möglichkeiten um sich und seine Risikotoleranz von Grund auf zu erkunden. Ich hab die Entscheidung getroffen, dass der Schuldenabbau an sich wirklich extrem sinnvoll ist. Nur habe ich dabei das Gefühl irgendetwas zu verpassen. Lustigerweise ist das völliger Quatsch aber mein Kopf hat sich in diese Sache verrannt und nun habe ich mich dazu entschlossen nicht grundsätzlich der Logik zu folgen. Oder auch nicht Menschen zu folgen, die Vermögensaufbau im Kauf eines Audis sehen bzw. Schuldenabbau vom jährlichen Kontoauszug der Bank kennen.

Diese Menschen möchten einem öfter einen Rat geben aber haben noch nie eine Excel Tabelle geöffnet (!). Eine sinnvolle Unterhaltung über das finanzielle Verlangen ist unmöglich und sollte man auch nicht anfangen. Verdammt, hör einfach auf deinen Körper, deine Signale, dein Wohlbefinden. Dein Körper sagt dir meistens recht deutlich ob das jetzt falsch oder richtig ist. Das Bauchgefühl lässt grüßen…

Es bleibt daher für mich die Option des Vermögensaufbaus neben dem Schulden abtragen. Und genau das mache ich nun auch. Da recht kleine Summen laut meinem Konten System verfügbar sind, werde ich überlegen vorrangig in ETFs zu investieren. Einzelaktien werde ich aber auch kaufen. Da ich nun schon dabei bin von kleinen Summen zu berichten habe: Sparplan, alles per Sparplan. Alle ETFs und auch alle Einzelaktien werde ich in Zukunft per Sparplan kaufen. Aktiensparpläne gibt es ja nun auch schon zu Genüge, sogar schon auf Indizes wie MDax und anderen kleineren.

Ich tue mir das bewusst an, nicht weil ich davon mehr Geld erwarte als durch den sturen Schuldenabbau, sondern natürlich auch weil ich da Bock zu habe und mich da wirklich stark für interessiere.

About schuldenkobold

Check Also

wachsende Dividenden

Wie baue ich mein Dividendendepot sinnvoll auf?

Warum eigentlich so viele Gedanken machen? Ist das sinnvoll oder eher kontraproduktiv? Ich finde es …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.